Erfahrungsbericht - Calisthenics Workshop von Calisthenics Movement in Leipzig

Erfahrungsbericht - Calisthenics Workshop von Calisthenic Movement in Leipzig

Am letzten Samstag kurz vor 13 Uhr stand ich zusammen mit Kati im 8 Weapons Gym, bereit ein paar neue Tricks mit nach Hause zu nehmen.

Monkeybar im 8 Weapons Gym Leipzig
Die Location, ein Muay Thai Gym wo gerade noch ein paar Teilnehmer eines Kurses die schweren Boxsäcke bearbeitete, lies keine Wünsche offen. Es war auf den ersten Blick zu erkennen, dass jeder Calisthenic Fan hier auf seine Kosten kommt.

Neben dem kampfsportspezifischen Equipment, war es vor allen die selbstgebaute Monkeybar die auffiel, um die sich bereits die ersten Teilnehmer des Workshop tummelten.

Parallel Bars, hohe und tiefe Klimmzugstangen, eine integrierte Leiter zum entlang hangeln und ein paar Ringe.

Nach dem Check In bei Alex, der zusammen mit Sven den Beginner und Fortgeschrittenen Workshop leitete, haben Kati und ich die Zeit bis zum Beginn genutzt, um uns ein bisschen für den Workshop anzustacheln.

Direkt nachdem die Muay Thai Gruppe die Spielwiese verlassen hatte waren wir dran.


Den Anfang machten nach einer kleinen Erwärmung die Grundübungen für den Push. Es gab Liegestütze in allen Progressionen und Varianten und Alex und Sven zeigen Tricks, wie du mit Dips beginnen kannst auch wenn dir dafür vermeintlich die nötige Kraft fehlt.

Dips mit Widerstandsband
Nach dem Push ging es zu den Gegenspieler Übungen. Bei den Übungen für den Pull machte das horizontale Rudern den Anfang bevor Klimmzüge in allen Varianten besprochen wurden.

Alex gibt Tipps zum Handstand
Bis dahin war noch nicht so viel Neues für mich dabei auch wenn Sven und Alex hier und da ein paar kleine Tipps raus hauten die ich so noch nicht kannte. Überhaupt gefiel mir gut, wie sich die beiden ergänzten.

Nach Push und Pull kam der Handstand. Und jetzt spitzte ich meine Ohren. Da ich den schon ewig übe mit mehr oder weniger Erfolg freute es mich besonders, dass ich hier jede Menge Tricks und eine Menge neue Werkzeuge für meine Toolbox bekam.

Das war der Moment wo ich warm lief und eine Menge Fragen hatte, die vor allen Sven bis ins Detail beantwortete. Krass wieviel Zeit er sich dafür nahm. Auch Alex hat sofort erkannt, wenn es bei den Teilnehmern Probleme gab und zeigte genau wie sie diese abstellen können. Nach dem Handstand hatte sich die Fahrt für mich bereits gelohnt.

Alle Fragen wurden beatwortet...
Nach Handstand kamen noch Squats mit einigen Varianten und Übungen wie Beinheben, L-holds und Planks für den "Core".

Als alle Fragen zu den Übungen beantwortet waren, gab es ein paar kleine Gruppen Challenges. Das Ergebnis waren jede Menge Klimmzüge, Liegestütze und eine ausgepowerte Rumpfmuskulatur. :)

Den Abschluss des Beginner Workshops machte eine Frage und Antwort Runde. Hier ging Sven noch einmal ins Detail, zu Themen wie Trainingsplanung, Zielsetzung, Übungsauswahl und Reihenfolge für Anfänger im Calisthenics Training.

Durch einen kleinen Aussetzer, was meine Fähigkeit betrifft die Uhrzeit zu lesen, kamen Kati und ich gut aufgewärmt zirka 15 Minuten verspätet zum Fortgeschrittenen Workshop. :)

Los ging es direkt mit Handstand, Handstand Liegestütz und Schweizer Handstand. Jetzt ging es ab. Hier hatte ich gleich einige Aha Momente.

Alex beim Back Lever
Mit Back und Front Lever kamen wir zu zwei Übungen auf die ich mich, wie auch die anderen Teilnehmer, schon gefreut hatte. Wir wurden nicht enttäuscht. Wieder gab jede Menge gutes Insider Wissen, welches du nur von Leuten bekommst die lieben und anwenden was sie predigen. 

Nach einem Ausflug in die Welt der Flags, wo ich wieder einiges für mich und mein Training mitnehmen konnte, stellte Sven den Planche vor. Es war wirklich nur eine Vorstellung denn den konnte keiner der Teilnehmer, mich eingeschlossen, halten. Wo wir uns allerdings versuchen konnten, waren die ersten Progressionen der Übung. Und siehe da, ein paar Sachen gingen schon. :)

Live noch besser als auf Video
Nach dem beeindruckenden Planch (ich hatte vorher noch nie so einen sauberen Live gesehen), gab es noch Muscle Ups und ein paar Pistol Squat Progressionen. Vor allem beim Muscle Up gab es unbezahlbare Tipps von Sven und Alex was direkt meine ersten zwei astreinen Ring Muscle Ups hintereinander zur Folge hatte.

Wie Kati, die schon etwas früher gepasst hatte, lehnte auch ich die Frage ab ob ich bei der zweiten Challenge wieder mitmache. Da der Workshop, nachdem mich eine kleine Erkältung außer Gefecht gesetzt hatte, das erste richtige Training seit knapp zwei Wochen war, wollte ich mir noch etwas Energie für das Enter the Kettlebell Seminar am Folgetag aufheben. Rückblickend eine sehr gute Entscheidung denn heute merke ich jeden Muskel im Körper. :)

Wie schon im Beginner Workshop machte auch im Fortgeschrittenen Teil eine Frage und Antwort Runde den Abschluss. Diesmal war Alex dran und er erklärte den Unterschied zwischen den Wiederholungsbereichen und der Zeit unter Belastung für Maximalkraft, Hypertrophie und Kraftausdauer. Zwischendurch gab es von Sven Beispiele, wie du auf verschiedene Fortgeschrittenen Übungen gezielt hintrainieren kannst ohne im Übertraining zu landen oder Deinen passiven Bewegungsapparat zu überlasten.


Warum Sven sich, wie hier im Video zu sehen, so schnell entwickeln konnte ist mir heute klar. Die Trainingsprinzipien und die Methodik hinter den Einheiten sind bis ins Detail durchdacht. Bitte verstehe das richtig. Das bedeutet keinesfalls, dass jedes Training immer nach Schema XY abläuft. Hier gibt es genug Freiheiten, was nicht bedeutet das eine Einheit dann auch gleich planlos ist. Der Background den Sven als Physiotherapeut und Alex aus dem Parcour mitbringen, ist auch super.

Ich glaube jeder der die Möglichkeit hat bei den Beiden zu lernen, sollte dies auf jedenfall tun. Trotz der PCC Ausbildung vor einen Monat, konnte ich einiges Neues für mich mitnehmen. Noch in Leipzig hat es beim Muscle Up bei mir Klick gemacht und gestern habe ich einen neuen Rekord beim Handstand verbuchen können.

Ich weiß das vor allem in der Street Workout Szene diskutiert wird ob es richtig ist für diese Art von Workshops überhaupt Geld zu verlangen.

Die Argumentation geht dahin, dass das Wissen über das Calisthenics Training ja im Internet frei zugänglich ist und es daher nicht in Ordnung sei, bei Workshops Geld dafür zu verlangen. Meiner Meinung nach ist das totaler Bullshit. Und hier spreche ich aus Erfahrung als Trainer.

Was Du Dir kaufst, ist nicht das Wissen sondern Zeit. Klar steht alles im Internet. Doch wie viele machen sich wirklich die Arbeit es auszuarbeiten oder haben überhaupt die Zeit dafür. Desweiteren musst Du nicht jeden Fehler noch einmal selbst machen. Das Rad jedesmal neu zu erfinden, ist Schwachsinn. Du kaufst also auch Erfahrung. Ein Video oder Artikel gibt Dir kein Feedback ob Du gerade etwas bei der Ausführung falsch machst (auch wenn Du denkst es wäre alles richtig). Ein Trainer, der gerade neben Dir steht, kann Dich sofort korrigieren. Und wieder sparst Du Zeit. Du erreichst Deine Trainingsziele schneller, Du gehst einer Verletzung aus dem Weg und die Motivation die Du mit nach Hause nimmst, ist auch nicht zu unterschätzen.

Ach ja, ich finde sogar die Jungs haben sich total unter Wert verkauft. Ich hätte auch das Doppelte bezahlt und immer noch das Gefühl gehabt ein Schnäppchen gemacht zu haben. Aber vielleicht bin ich da auch noch Oldschool unterwegs und der Meinung jeder hat etwas für seine Mühen verdient.

Solltest Du also zuviel Zeit haben und machst gerne Deine eigenen Fehler, ist das Seminar definitiv nichts für Dich. ;) Hast Du dagegen Bock gleich richtig mit dem Calisthenics Training zu beginnen ohne Dich davor stundenlang einzulesen oder vor YouTube zu hocken, ist es genau das Richtige für Dich.

Falls Du jetzt Interesse an der Arbeit von Calisthenic Movement hast, sind hier die wichtigsten Links zu den Jungs aus Leipzig.



Schon in zwei Wochen, am 14.12. geben Sven und Alex die nächsten Seminare. Diesmal in Stuttgart. Vielleicht hast Du Glück und es sind noch ein paar Plätze frei.

Kommentare:

  1. Toller Bericht, der Lust auf mehr macht :)

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  2. Freue mich schon auf evtl. Seminar 2015 in Leipzig :-)

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