5 Probleme beim Kettlebell Training und wie Du sie abstellst. Punkt 2 ist besonders ärgerlich...

5 Probleme beim Kettlebell Training und wie Du sie abstellst. Punkt 2 ist besonders ärgerlich...

Beim Training mit der Kettlebell tauchen immer wieder die gleichen Probleme auf. Trainierst Du schon eine Weile mit der Kugel, kommt Dir das ein oder andere möglicherweise bekannt vor.

Die Probleme zu benennen damit Du sie rechtzeitig erkennst und der Versuch eine mögliche Lösung zu liefern, ist Ziel dieses Artikels.

Die Ursachen für die Probleme beim Kettlebell Training sind meist sehr unterschiedlich und individuell verschieden. Ja, so sind wir Menschen... einfach einzigartig. Meistens lässt sich jedoch ein roter Faden erkennen und für jedes dieser Probleme gibt es mindestens eine Lösung.

5 Probleme die immer wieder beim Kettlebell Training auftauchen:

#1: Fehler bei der Ausführung
#2: Schmerzen
#3: Planlos unterwegs
#4: Kettlebell zu leicht
#5: Kettlebell zu schwer

Wo liegen die Ursachen und wie Du diese Probleme lösen kannst


1. Fehler bei der Ausführung:

Der Klassiker. Gründe dafür gibt es viele. Meistens schleichen sich über die Zeit Kleinigkeiten in die Bewegungsabläufe ein. Die Ausführung fühlt sich dadurch oft sogar leichter an (darin ist unser Körper besonders gut – Quanität über Qualität setzen). Jedoch versauen diese Kleinigkeiten oft das ganze Bewegungsmuster.

Das ist oft zu beobachten, wenn Du von Videos lernst. Du kannst die Übung zwar nachmachen und sie fühlt sich vielleicht auch richtig an UND sieht vielleicht auch richtig aus aber die Gefahr schon eine falsche Bewegung zu übernehmen oder dass Du ein paar Dinge (Wann-Was-Wo-Wie anspannen) zur Ausführung garnicht kennst, ist sehr hoch.


Finde den Fehler...
Doch auch wenn Du in einem Technik Seminar warst, bedeutet dies nicht automatisch, dass Du von diesem Problem befreit bist. Du hast den entscheidenten Vorteil (vorausgesetzt der Seminarleiter hatte Ahnung), dass Du weißt worauf Du achten musst. Dann ist es an Dir die Ausführung zu üben und zu meistern. Gelernt sind die Übungen mit der Kettlebell schnell. Sie zu meistern dauert eine Weile und in diesem Prozess schleichen sich oft unbewusst Fehler ein.

Das fängt schon bei den Basics an. Beim Turkish Get Up wird auf dem Weg zum Ellenbogen gecruncht statt zu rollen, das Aufsitzen ähnelt eher dem Liegen oder nach hinten lehnen, während das Standbein einfach nach innen umfällt. Die Ausfallschritte sind so klein und eng das es einem Balance-Akt auf dem Drahtseit ähnelt. Wird die Übung dadurch stabiler? Wohl kaum. Fühlt sie sich im ersten Moment leichter an? Auf jeden fall. Wirst Du mit so einer Ausführung im TGU schwere Kugeln nehmen können? Niemals.

Genug Frage und Antwort, ich glaube Du weißt was ich meine.

Beim Swing ist es das Gleiche. Krummer Rücken beim Start und Absetzen, weil die korrekte Startposition sich so anstrengend anfühlt oder die Schultern fliegen weg, weil das permanente „Packen“ zu stressig ist. Auch die Endposition gleicht oft eher einen Gummibärchen statt einem stehenden Frontstütz.

Problembehandlung:

Wenn es kein Mobilitäts- oder Stabilitätsproblem ist, dass Du die Bewegung nicht korrekt ausführen kannst, ist es immer mangelnder Fokus. Hast Du Dich nie gefragt warum Leute die „ernsthaft“ mit Kettlebells trainieren beim üben nie oder nur selten lächeln. So sieht es aus, wenn Du konzentriert bei der Sache bist. 

Kein Lächeln und doch habe ich Spaß...

Also, Fehler bei der Ausführung liegen in der Regel daran, dass Du Dich zu wenig konzentrierst und damit Deinen Körper die Kontrolle überlässt, was meistens keine gute Idee ist. Konzentration ist ein Muss, wenn Du mit der Kettlebell übst/trainierst.

Üben! Ja, Übung macht den Meister. Ich habe immer wieder Leute im Kettlebell Seminar die dann nach ein oder zwei Wochen ins Training kommen ohne dass sie nach dem Seminar die Bewegungen geübt haben. Und soll ich Dir was verraten? Die Ausführung ist in der Zeit nach dem Seminar kein bisschen besser geworden... ;)

Wenn es ein Problem mit der Beweglichkeit gibt, darfst Du Dich darum zuerst kümmern. Übrigens wirst Du mobiler und stabiler, wenn Du die Bewegungen mit der Kettlebell übst und nicht zu schwer belastest. 

Punkt 5 ist hier also auch ein Thema doch dazu kommen wir gleich. Kommen wir erst einmal zu Punkt 2, denn Punkt 2 ist in der Regel das Ergebnis von Punkt 1 (nach diesem Satz blickst Du hoffentlich noch durch).

2. Schmerzen:

Führst Du eine Übung mit der Kettlebell oft genug falsch aus, wirst Du das irgendwann spüren. Je nachdem wie viel Du einstecken kannst. Und das ist so Schade. Das Ziel vom Training mit der Kettlebell sollte ja gerade sein Schmerzen zu vermeiden oder abzustellen.

Unser Körper sucht immer den Weg des geringsten Widerstandes, um Energie zu sparen. Wie macht er das? Er kompensiert. Viel Komensation = Verschleiß oder Überlastung.

Die Gefahr bei der Sache ist, dass Du das Gefühl hast alles passt und es kommt Dir so vor das Du nach und nach mehr Gewicht nehmen kannst, was leider sehr oft nur täuscht.

Problembehandlung:

Sei clever und höre auf Deinen Körper! Das ist der einzige Weg. Wenn es irgendwo beginnt weh zu tun, ist irgendetwas nicht richtig. Schmerz ist das Mittel der Wahl Deines Körpers, um Dir Feedback zu geben, dass Du etwas verändern darfst.

Und ja, ich weiß auch das Schmerz nicht gleich Schmerz ist. Doch wenn Du Deinen Körper nur ein klein wenig kennst, hast Du die Unterschiede klar.

Der „Schmerz“ eines müden Muskels nach dem Training, fühlt sich anders an als ein „Schmerz“ den Du nach dem Training nicht richtig definieren kannst. Aber ich bin kein Arzt und ich kann nicht in Dich reinschauen, also wenn Du das Gefühl hast irgendetwas stimmt nicht, benutze Deinen Verstand und gehe der Sache auf den Grund. Durch oder in den Schmerz zu trainieren, zeugt nicht von gesunden Menschenverstand.

3. Planlos unterwegs:

Planloses Trainieren hat zur Folge, dass die Trainingserfolge ausbleiben. Du hast das Gefühl Dich nicht mehr verbessern zu können. Das geschiet in der Regel, wenn ohne Ziel und Plan irgendetwas gemacht wird. Unter planlos läuft bei mir auch, wenn Du zu viel machst und dafür nichts richtig. Fehlende Erfolge im Training haben dann meist auch das Ausbleiben von Motivation zur Folge. Und das ist eine blöde Sache da es mitunter schon schwer genug ist sich fürs Training zu motivieren.

Problembehandlung:

Du brauchst ein realistisches Ziel und den passenden Fahrplan. Regeln fürs Training, an die Du Dich hältst, helfen auch oder ein gutes Programm aus einem Buch welches Deine Ziele unterstützt.

4. Kettlebell zu leicht:

Das Ergebnis ist meist das Gleiche wie beim planlosen trainieren. Mangelnde Trainingserfolge und mangelnde Motivation. Und es kann passieren, dass Du Dir bei den Übungen keine Mühe mehr gibst und dadurch schleichen sich Ausführungsfehler ein.

Da gute Kettlebells ihren Preis haben, musst Du dieses Problem (vorübergehend) anderweitig lösen.

Problembehandlung:

Mach die Kugel schwerer. Das passiert meistens auf der Gefühls-Ebene. Oder, Du machst die Übung schwerer.

Der Swing ist zu leicht? Swinge einarmig. Auch zu leicht? Lerne den Clean mit der Kettlebell. Immer noch zu leicht? Da wären noch High Pull und Snatch. Alles Swingmuster jedoch wird die Ausführung komplexer und die Voraussetzungen sie auszuführen steigen.

Die Ausführung vom Turkish Get Up ist zu leicht? Versuche DAS mal.

4. Kettlebell zu schwer:


Für die großen Kullern muss die Technik passen...
...und wieder kein Lächeln.
Ich glaube fest daran, dass Dir eine schwere Kugel dabei helfen kann Deine Ausführungstechnik zu verbessern. Wenn Du versuchst Dein halbes Körpergewicht zu cleanen, muss die Technik schon sehr gut sein damit es klappt. Und wo eine leichte Kettlebell im TGU kleinere Technikfehler verzeiht, gibt Dir eine schwere Kugel sofort Feedback, wenn Optimierungsbedarf bei der Bewegungsausführung vorhanden ist.

Ich weiß allerdings auch, dass eine zu schwere Kugel dafür sorgen wird, dass Deine Technik in sich zusammen fällt, wie ein Kartenhaus an einem stürmischen Herbsttag.

Problembehandlung:

Ego und gesunder Menschenverstand. Besser Du hast erstes im Griff und letzteres ist reichlich vorhanden.

Wie gesagt, der Grad ist verdammt schmal. Eine schwere Kugel kann Dir helfen oder Dich zerstören. Deshalb solltest Du Dir über größere Kugeln bei einer bestimmten Bewegung auch erst den Kopf zerbrechen, wenn Du sie mit einer kleinen Kugel schon gut drauf hast.

Fazit: Wenn Du Dich beim Training mit der Kettlebell immer schön konzentrierst, auf Deinen Körper und gesunden Menschenverstand hörst, ein realistisches Ziel mit dem passenden Plan hast und mit der richtigen Kettlebell arbeitest, sind diese Probleme garantiert kein Thema für Dich.

(Ui... und für dieses Fazit habe ich davor 1300 Wörter gebraucht...) ;)

Kommt Dir eines der Probleme bekannt vor? Oder hast Du noch eine andere Lösung parat? Immer rein damit in die Kommentare.

Kommentare:

  1. Guter Post!
    Erwähnenswert ist noch Technikverbesserung/Kontrolle durch Videoaufnahmen, wer sich regelmäßig filmt und die Ausführung überprüft oder im Idealfall einem kompetenten Trainer zeigt, bei dem schleichen sich auch nicht so leicht Fehler ein.

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    1. Hallo Lunvar,

      danke fürs Feedbach und ja, Du hast recht. Daher funktionieren Video Coachings auch ganz gut.
      Es ist natürlich nicht zu vergleichen mit einem Trainer der mit Dir zusammen die Technik abnimmt oder checkt jedoch immer noch besser als keine Rückmeldung über die eigene Technik.

      Grüße

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